Kategorie » Lesung/Vortrag/Diskussion

Art Brunch im Bad #33: Die Linie als Strategie

Künstler*innengespräch und Buchpräsentation.
Elisabeth Gschiel und Renate Krammer im Gespräch mit Monika Holzer-Kernbichler

Die beiden Künstlerinnen Elisabeth Gschiel und Renate Krammer beschäftigen sich mit der Linie als Grundelement.

Elisabeth Gschiel arbeitet mit der Nähmaschine und verwendet sie als eine Art „Zeichenstift“. Mit diesem Werkzeug schafft sie - ausgehend von der Linie/Faden – Installationen und Bilder mit einer Präzision und Liebe zum Detail. Die Arbeiten leben von der Haptik des Fadens, der oft nur in einer Farbe verwendet wird. Aus Plastikflaschen wird eine Weltkarte, Hochspannungsmasten verlieren sich im Wind und Baukräne scheinen schwerelos zu schweben. Die Vielfalt an Arbeiten der vergangenen Jahre ist nun gesammelt im Buch „strich = faden“, Verlag Bibliothek der Provinz, 2018 erschienen.

Renate Krammer widmet sich der Linie in verschiedenen Techniken: Radierungen, Grafitzeichnungen, Acrylbildobjekte, Fotografien. Die Reduktion auf Linien ist ein Versuch, sich von Unnötigem zu befreien und das Wesentliche zu betonen.
Die Linie als Urelement der Gestaltung ist in der reduzierten Anwendung nicht von einfacher Natur, da die Linie selbst an Bedeutung gewinnt. Spannung erhalten Linien durch Variationen der Form bzw. durch das Verhältnis der Variationen zueinander.
So entsteht eine Schrift ohne Worte, die Poesie erzeugt.

Die allgegenwärtige Linie, die sich von jedem Punkt zu jedem anderen erstreckt, um die Idee zu stiften (Stéphane Mallarmé)


BIOGRAFIEN

Elisabeth Gschiel geboren 1975 in Hartberg, lebt und arbeitet in Graz. Die ausgebildete Architektin arbeitet seit 2011 mit Plastikmaterialien, Papier, Leder sowie mit alten Fotografien und vor allem – als Näherin. Entgegen der ursprünglichen Bestimmung, Textiles zusammenzufügen versucht die Künstlerin die Nähmaschine als eine Art „Zeichenstift“ einzusetzen und experimentiert mit den gestalterischen Möglichkeiten dieses Werkzeugs. Ausbildung an der Ortweinschule Graz, Fachrichtung Grafik Design; Studium der Architektur an der Technischen Universität Graz; Mitarbeit in Grazer Architekturbüros: Szyszkowitz-Kowalski Architekten, LOVE architecture and urbanism, terrain architecture and landscape architecture. Auslandsstipendium des Landes Steiermark in Guimaraes, Portugal, 2013; Mitglied des Künstlerkollektivs „Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz“ seit 2010.
www.elisabethgschiel.com

Renate Krammer lebt und arbeitet in Kumberg bei Graz.
1981 Abschluß des Studiums Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik in Graz.
Seit 1989 Beschäftigung mit bildender Kunst, Grafik, Installation, Video, und Fotografie
1991 Sommerakademie in Kärnten mit Helmessen, Meck, Bärntaler and Staudacher.
1992-1994 Vier Semester künstlerische Gestaltung mit Giselbert Hoke im Rahmen des Architekturstudiums, Graz.
1993, 1994, 1997 Workshop der Akademie Graz mit Paul Rotterdam.
Gründungsmitglied next – Verein für bildende Kunst – organisatorische Mitarbeit bei den Projekten „Kunstmühle“, „Kunstbrau“ and „grazgrambach“.
1998 Sommerakademie für bildende Kunst, Salzburg, Rivka Rinn
2009 Mitbegründung von ACRYL – ein soziokulturelles Netzwerk, www.acryl.mur.at
2014 Mitglied Kunstverein Kärnten
2014 Mitglied Gruppe 77
www.renate-krammer.at

Monika Holzer-Kernbichler studierte Kunstgeschichte in Graz. Sie ist Kunsthistorikerin, Kunstvermittlerin und Leiterin der Kunst- und Architekturvermittlung im Kunsthaus Graz (seit 2008) und der Neuen Galerie Graz (seit 2011). Seit 2005 ist sie Lektorin am Institut für Kunstgeschichte an der KFU Graz und am Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften an der TU Graz. Seit 2012 ist sie Fachbeirätin für bildende Kunst für die Stadt Graz.
Termine
25. Februar 2018, 11:00 Uhr
Weitere Informationen
(c) Foto: Alexandra Gschiel
Veranstaltungsort/Treffpunkt