Kategorie » Theater/Tanz

The Who and the What

DramatikerInnenfestival Graz 2018 - Rede!
Von Ayad Akhtar.
„The Who and the What“ lautet der Titel des Buches, an dem die emanzipierte junge Muslimin Zarina schreibt. Darin beschäftigt sie sich kritisch mit dem Koran, dem Bild des Propheten und der Rolle der Frau im Islam. Ihr Vater Afzal hat allerdings wenig Verständnis für ihre Lesart seines Glaubens. Seit dem frühen Tod seiner Ehefrau versucht er, Zarina und ihre jüngere Schwester Mahwisch in den USA nach den Idealen seiner Herkunft zu erziehen. Und seiner Tradition zufolge kann die jüngere Tochter erst dann ihren Freund heiraten, wenn auch die ältere unter der Haube ist. Diese beschäftigt sich jedoch lieber mit Gender Studies und so greift der Vater zu einem unkonventionellen Trick: Heimlich erstellt er ein Profil von Zarina auf einer muslimischen Ehepartnerbörse. Doch bevor er die Kandidaten seiner Tochter vorstellt, prüft er sie persönlich auf Herz und Nieren. Eli, ein zum Islam konvertierter Amerikaner, besteht den väterlichen „Ehetauglichkeitstest“. Doch als Afzal diesen seiner Tochter als geeigneten Schwiegersohn vorschlägt, ist sie außer sich. Dennoch lässt sie sich auf ein Treffen mit ihm ein und muss feststellen, dass ihr Vater durchaus das richtige Gespür hatte. Genau wie sie ist Eli ein kritischer Intellektueller, der Glaube und Religion hinterfragt und sie dazu ermutigt, ihr Buch fertigzustellen. Doch als ihr Vater das Manuskript findet, kommt es zu einer Zerreißprobe für die Familie …

„The Who and the What“ – das Ayad Akhtar nach „Geächtet“ schrieb – ist ein Stück über Bruchlinien innerhalb einer muslimischen Familie im heutigen Amerika. Gender Studies sind nicht nur in der muslimischen Welt „bedrohlich“ für die bestehende Gesellschaftsordnung; auch in der westlichen Religion ist Gott männlich besetzt. Doch wer weiß das schon, und wieso gehen wir einfach davon aus, dass es so ist? Die muslimische Protagonistin kämpft dafür, dass sie solche Fragen stellen darf und zeigt ihre weibliche Sichtweise auf den Propheten Mohammed.

Regie Jan Stephan Schmieding
Frank Holldack
Kostüme Tanja Kramberger
Musik Bernhard Neumaier
Dramaturgie Elisabeth Geyer

Mit Henriette Blumenau, Nico Link, Tamara Semzov, Stefan Suske
Termine
Premiere 30. Mai 2018, 20:00 Uhr
2., 18., 19., 29. Juni 2018, 20:00 Uhr
6. Juni 2018, 20:00 Uhr * DramatikerInnenfestival Graz 2018 - Rede!
Wiederaufnahme 25. September 2018, 20:00 Uhr
17., 20. Oktober 2018, 20:00 Uhr
Weitere Informationen
Am Mi 6.6. 20:00 | DramatikerInnenfestival Graz 2018 - Rede!
Nachgespräch mit Beteiligten der Produktion nach der Vorstellung
ca. 90´ | € 17,50 / € 9 (erm.)
(c) Foto: Lupi Spuma
Veranstaltungsort/Treffpunkt