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Conchita vs. Gabalier

steirischer herbst 2018
Von der „Insel der Seligen“ zur illiberalen Demokratie? Österreich zwischen Tradition und Moderne, zwischen Verschwinden und Wiederkehr. Ein Heimatabend
Nationale Identität definiere sich über ein Territorium, das metaphorisch auch als Körper wahrgenommen werde, sagt die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak. Wie sieht er nun aus, dieser sogenannte „nationale Körper“, für den es zwei gänzlich unterschiedliche Projektionen gibt. Da ist die österreichische Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin mit Bart – die Kunstfigur Conchita – auf der einen Seite und der Authentizität vorgebende „Volksrock’n’Roller“ Andreas Gabalier auf der anderen. Weltoffenheit, Liberalität und Extrovertiertheit vs. Heimatbeschwörung, Traditionalität und ebenso Extrovertiertheit – zwei Ansätze, die polarisieren und nicht frei von Fiktionen sind. Österreich ist im Umbruch, politisch, gesellschaftlich, sozialpsychologisch, medial. Ein neuer Nationalismus weht, hybride populistische Gedanken sind ebenso salonfähig wie Abschottung vor dem Fremden. Die schon verschwundene Lederhose ist wieder schick; ein harter Ton gegenüber Geflüchteten auch. Unter deutschen Rechten gilt Österreich heute als Vorbild. Quo vadis Alpenrepublik? Befindet sich das Land auf dem Weg in eine liberale Demokratie? Und steht die grassierende Brauchtumsnostalgie bei dieser Entwicklung Pate?

Mit:
Department of Ultimology
Olga Flor
Markus Rheindorf
Paul Sailer-Wlasits
Gerhild Steinbuch


Konzept: Martin Behr
Termine
13. Oktober 2018, 19:00 Uhr
Weitere Informationen
Deutsch
Freier Eintritt!
Veranstaltungsort/Treffpunkt