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Zeitgeschichtliche Romane zur Nachkriegszeit

Kapfenberg 1957: In Manfred Wieningers Roman Aasplatz zeigt Anna Koinegg den Vater ihres unehelichen Kindes an, da sie um ihr Sorgerecht fürchtet. Dabei gibt sie nebenbei an, dass der Kindsvater im April 1945 beim Mord an 29 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern beteiligt war. Die Akte wird schubladisiert und landet erst Jahre später zufällig auf dem Schreibtisch des ehemalige Spanienkämpfers Hans Landauer, der nun als Kriminalinspektor tätig wird. Der halbfiktionale Roman ist eine präzise recherchierte Aufarbeitung eines Kriegsverbrechens, ein schonungsloses Porträt der Nachkriegszeit, die sich der Auseinandersetzung mit dem Naziverbrechen verweigert.
Graz: In Neumann, Bernd Fischerauers posthum erschienenen zweitem Roman nach Burli, reist der gefeierte Schriftsteller Friedrich Neumann – nachdem die fast 100-Jahre alte Mutter gestorben ist, nach Graz, wo er aufwuchs, um ihre Angelegenheiten zu regeln. Die Begegnung mit verschiedenen Menschen aus seiner Kindheit und Jugend lässt ihn die Bilanz seines Lebens ziehen. Die Kindheit unter dem strengen Vater mit Nazi-Vergangenheit und der ihren Kindern gegenüber gleichgültig scheinenden Mutter. Die lebenslange Freundschaft zu Franz, der bereits verstorben ist, und die Beziehung zu seiner ebenfalls früh verstorbenen Schwester. Seine Gedanken gehen auch zu den Frauen, die eine wichtige Rolle in seinem Leben spielten, und zu der Frau, die noch eine spielen soll.

Manfred Wieninger liest aus Aasplatz
Franz Buchrieser liest Bernd Fischerauer: Neumann

Moderation: Agnes Altziebler, Heimo Halbrainer
Termine
18. Oktober 2018, 19:00 Uhr
Weitere Informationen
CLIO in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz
Veranstaltungsort/Treffpunkt