Kategorie » Film/Neue Medien

Joy

Film und Gespräch mit Regisseurin Sudabeh Mortezai.
"Joy"

Englisch, Deutsch mit deutschen Untertiteln. Ab 14.

Spezialpreis der Jury, Chicago International Film Festival
Bester Film, London Film Festival
Hearst Film Award und Label Europa Cinemas, Filmfestspiele Venedig
Bester österreichischer Film, Wiener Filmpreis, Viennale

Wenn alle schauspielerischen Darbietungen in diesem Film sich aus dem Leben gegriffen anfühlen, dann deswegen, weil sie es buchstäblich sind. (Variety)

Joy und Precious sind junge Frauen aus Nigeria, die in Wien auf dem Straßenstrich arbeiten. Joy ist die Ältere und Erfahrene, Precious ein Teenager. Sie arbeiten beide für die Madame, ihre Zuhälterin, die ihre Reise nach Europa bezahlt hat und mit eiserner Faust die Schulden eintreibt. Das enge Zusammenleben hat die Frauen in einer Art Ersatzfamilie zusammengeschweißt. Dennoch herrscht keine Solidarität zwischen ihnen. Jede kämpft für sich und tut alles, um sich freizukaufen. Joy hat ihre Schulden fast schon abbezahlt, als Madame sie beauftragt, Precious am Strich einzuarbeiten und zu kontrollieren. Sie muss dafür sorgen, dass die aufsässige Precious arbeitet und genug Geld macht, sonst muss sie für sie mitbezahlen. Für die Ältere steht viel auf dem Spiel: Sie hat kein Visum und mehrfache Verpflichtungen - unter anderem als Mutter -, die verhindern, dass sie sich aus ihrer Situation befreit. Sudabeh Mortezais Protagonistinnen sind Amateurschauspielerinnen, einige davon waren selbst als Sexarbeiterinnen tätig.

Mit: Joy Alphonsus, Precious Sanusi, Angela Ekeleme. Regie und Buch: Sudabeh Mortezai. Kamera: Klemens Hufnagl. Musik: Thomas Hohl. Österreich 2018. 101 Min. 1:1,85. Farbe. DCP. Pidgin, Englisch, Deutsch. Originalsprache mit deutschen Untertiteln.

Sudabeh Mortezai über "Joy":
Ich wollte einen Film machen, der einen authentischen und intimen Einblick in das Leben getraffickter Frauen gibt und sie als Subjekte ihrer Geschichten zeigt. "Joy" zeigt, was wir fast nie zu sehen bekommen: die privaten Momente, den alltäglichen Überlebenskampf, die komplexen und ambivalenten Machtbeziehungen. (...) Das Drehbuch von "Joy" basiert auf vielen wahren Lebensgeschichten, die ich im Zuge meiner Recherche gehört habe. (KIZ-Info 01-2019)

Sudabeh Mortezai,
geb. 1968 in Ludwigsburg als Tochter iranischer Eltern, wuchs in Teheran und Wien auf und studierte Theater-, Film- & Medienwissenschaft in Wien. 2002-2003 absolvierte sie ein Filmstudium am UCLA in Los Angeles. 2006 veröffentlichte sie ihr Regie-Debüt "Children of the prophet". Ihr Spielfilmdebüt "Macondo" feierte 2014 im Wettbewerb der Berlinale Premiere und erhielt zahlreiche Preise, darunter den "Firebird Award" für den besten Film beim Hong Kong Film Festival und den "Wiener Filmpreis" bei der Viennale.
Termine
6. Februar 2019, 19:00 Uhr
Weitere Informationen
Veranstaltungsort/Treffpunkt