Kategorie » Lesung/Vortrag/Diskussion

Freedom first! - Der Mythos Harley-Davidson

In seinem kulturanalytischen Vortrag befasst sich Michael Bittner nicht nur mit der Motorradmarke Harley-Davidson und dem Motorradfahren als Lebensstil, sondern auch mit den Repräsentationsmechaniken des American dream und des American frontier als gründerzeitlichen US-Mythos. Diese Vorstellungen und Bilder von und über die USA, Freiheit und Männlichkeit, lassen sich als eine Art nation branding verstehen und werden mithilfe von Medientechnologien und Medienformaten auf vielfältige Art und Weise transnational verbreitet. In „Freedom first“ wird sowohl die politische Dimension der sozialen und kulturellen Leitfigur des American frontier beleuchtet, als auch dessen Ökonomisierung und Vermarktung durch Harley-Davidson. Die Frontierfigur bildet dabei, zusammen mit dem Gründermythos und dem amerikanischen Traum, das Fundament für eine verstehenden Alltagsanalyse. Donnernde Motoren, Burger, BBQ, Rock’n’Roll und endlos erscheinenden Straßen, die am Horizont zu verschwimmen scheinen, verschmelzen im Vortrag zu einem wissenschaftlichen Roadtrip. Anhand autoethnographischer Erfahrungen, teilnehmender Beobachtungsstudien bei der Bikeweek in Faak am See in Kärnten, informeller Gespräche und Interviews, lädt der Vortragende das Publikum ein, kritisch, mit den Augen einer oder eines Erlebenden und Fragenden, auf das Kult(ur)-Objekt „Harley“ zu blicken.

Michael Bittner ist Absolvent des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Karl-Franzens-Universität Graz und freiberuflicher Fotograf.
Termine
7. November 2019, 19:00 Uhr
Weitere Informationen
Kooperation: Verein "Freunde des Volkskundemuseums"

Eintritt frei!

(c) Foto: Michael Bittner
Veranstaltungsort/Treffpunkt