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Ronny Graupe´s Spoom (D)

Christian Weidner (alto saxophone), Ronny Graupe (guitar), Jonas Westergaard (bass), Christian Lillinger (drums)

SPOOM

Kein März ohne Berlin, dem London Mitteleuropas! Aus der Stadt an der Spree wir uns deshalb auch gerne Gäste einladen. Von allen relevanten Jazzstädten Deutschlands ist Berlin jene, die das mit Abstand größte innovative Potenzial im Verein mit systemimmanenter Originalität und erstklassigen Musikern hat. Da fährt die Eisenbahn drüber, auch wenn manche Berliner Musiker sich anschicken, uns im Jammern den Spitzenplatz ablaufen zu wollen, galanter halt.
Das offizielle Berlin listet uns unter den bedeutendsten Wirtschaftszweigen der Stadt neben der Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft den Tourismus sowie die Kreativ- und Kulturwirtschaft (sic!) auf. Da schau her!

Auch wir haben dieser Bedeutung in den letzten Jahren Rechnung getragen, meistens im März eben. Und es mag dem aufmerksamen Leser vielleicht nicht entgangen sein, dass wir früher mehr deutsche Bands aus Köln, München oder Wuppertal als aus Berlin im Haus am Jakominiplatz hatten.

Und aus Berlin kommt natürlich auch Jazz-Deutschlands „neuer Supergitarrist“ (Die Zeit) Ronny Graupe, ein Naturereignis, ein Tonvulkan, ein Instrumentalist, den man nicht so schnell vergisst. Wendig, lässig, rockig, gefährlich. Präzise und virtuos bis zum Anschlag, aber ohne all diese Testosteron-Raserei auf der linken Spur.

Sein 2004 gegründetes Trio Spoom mit dem dänischen Bassisten Jonas Westergaard und Alleskönner Christian Lillinger am Schlagzeug - selbst schon eine Zentralfigur der Berliner Szene und als Präzedenzfall eines rundum kreativen Schlagzeugers freilich schon Stammgast im Stockwerk - konzentrierte sich zunächst auf das Great American Songbook.
Im Laufe der Jahre bereicherten immer mehr originelle Kompositionen von Ronny den Umfang des grellen musikalischen Kosmos, womit auch das Personal um den genialen Facharbeiter Christian Weidner (Saxophon) aufgestockt werden musste.

Als dann erschien im Vorjahr, das war unseren Berechnungen nach 2019, das vierte Album und das erste als Quartett, mit dem sich Spoom gewitzt-virtuos auch schon wieder neu erfunden hat. Mastermind Graupe zeigt sich auch diesmal als äußerst geistvoller Individualist an der siebensaitigen Gitarre und als Komponist sprühend origineller, substanzvoller Stücke. Mit raumgreifender Imagination und bestens geerdeter musikalischer Kompetenz lassen die vier Berliner Hochkaräter packende Hörfilme entstehen. Wie wach sie miteinander agieren, spürt man in jedem Takt.
Termine
Abgesagt! 28. März 2020, 20:00 Uhr
Veranstaltungsort/Treffpunkt